Familienbilder zeigen oft eine heile Welt ohne Streit, Arbeit und Alltag. Sie belegen die Konformität und den Zusammenhalt des Mikrokosmos' Familie nach außen und dienen gleichzeitig als Norm, an der sich Familien orientieren. Vielleicht kann die starke Diskrepanz zwischen dem tradierten fotografischen Kanon - der harmonischen Sonntagsfamilie - und dem gelebten Alltag, das Fehlen von 'Vor-Bildern' für Konflikte, Unterschiedlichkeiten und alternativen Lebensweisen und somit das Scheitern manchen Zusammenlebens erklären.
Diese Diskrepanz war Ausgangspunkt des Fotoprojekts 'Familien-Bilder', das unter Leitung von Thomas Michalak im Oktober 2008 begonnen wurde und jetzt mit einer Ausstellung und Buchpräsentation abschließt. Zehn Fotografinnen und Fotografen zeigen sehr persönliche und höchst unterschiedliche Herangehensweisen an das Thema: Eher dokumentarische Arbeiten finden sich neben stark überarbeiteten Fotografien, die sich kritisch mit dem Bildklischee Familie auseinander setzen. Einige eher philosophische Arbeiten untersuchen die ambivalente Rolle der Fotografie zwischen Selbstdarstellung und Selbstuntersuchung, postulieren einen weit gefassten Familienbegriff und arbeiten der Trennung von Individuum, Familie und Gesellschaft entgegen.
Ein Werkstattgespräch am 20. 10. 2009 um 18 Uhr bietet die Möglichkeit alle Fotografen im Gespräch über ihre Arbeit kennen zu lernen.
Ausstellung: 11.09.2009 - 23.10.2009
Öffnungszeiten: Di-Do 14-19, Fr-Sa 14-20 Uhr