Edda Kapsch, geboren 1979 in Graz (Österreich), studierte Philosophie und Neuere Deutsche Literatur in Wien und Berlin. Sie ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am philosophischen Institut der FU Berlin. 2010 schloss sie die Fotoausbildung am Photocentrum am Wassertor mit ihrer Arbeit Peripherie ab. Neben der Philosophie und der Fotografie war und ist sie tätig im Kultur- und Medienbereich, z.B. beim Radio, Theater und Film; Gelegenheitsarbeiten als Texterin und Sprecherin.
Manche Stimmungen lassen sich nur schwer mit Sprache ausdrücken. Vielleicht, weil sie zu unklar sind, um über sie zu reden, vielleicht auch, weil wir an die Grenze des Kommunizierbaren kommen. Mich interessiert, genau dort mit der Fotografie anzusetzen, wo Sprache nicht mehr ausreicht – sich mittels der Fotografie dem Peripheren zu nähern. Peripherie bedeutet etwas wie Rand oder Randgebiet. Peripheres ist dezentral, abgelegen, vielleicht einsam, abseitig, unauffällig, unbekannt. Meine Serie spielt mit diesen verschiedenen Bedeutungen und Assoziationen. Sie kann als eine Art Seelenlandschaft verstanden werden, als Ausdruck einer randständigen, mehrdeutigen Stimmung. Themen wie Leere, Alleinsein, Melancholie, Trauer oder In-sich-Gekehrtsein, aber auch etwa Schönheit und Stille finden sich in den Bildern wieder. Gegensätze wie Wärme und Kälte, Ruhe und Bewegung oder Ferne und Nähe deuten an, dass Stimmungen nicht klar lesbar, sondern komplex und auch widersprüchlich sind. In jedem der Bilder können wir auf Spurensuche gehen und werden auch fündig, aber finden nur etwas am Rande der Bedeutung.